Beichte und Aussprache

Beichte und Versöhnung
Die Beichte ist ein Gespräch mit einem Priester, in dem man seine Schuld bereut und bekennt und dann die Zusage erhält: "Deine Sünden sind dir von Gott vergeben!"

Die Beichte ist Teil des Prozesses von Umkehr, Buße und Versöhnung. Gemeint ist die Abwendung von einem Leben, das in Schuld verstrickt war, und die Hinwendung zu Gott - der längst auf uns wartet.

Jeder Mensch macht Fehler, unterliegt Vereinseitigungen und erleidet Verwundungen. All das, was das Leben niederdrückt, den Atem raubt, was Schaden anrichtet, ... all das kann ich vor Gott zur Sprache bringen. Vor ihm darf ich sein, wie ich bin, weil er mich liebt – vor aller Leistung und trotz aller Schuld. Mit allem, was mein Leben ausmacht, darf ich mich vor ihm sehen lassen, und er "läuft entgegen, fällt um den Hals und küßte ihn" (Lk 15)!

Wir laden herzlich ein, dies zu tun ...
... in der Beichte ausdrücklich, das vor Gott zur Sprache bringen, was eben genau nicht gut war, wo ich schuldig geworden bin. Kein Sorge: Der Ablauf soll kein Problem sein. Ein fixes Ritual, wie es viele als Kinder kennengelernt haben, kann eine Stütze sein, ist aber keinesfalls nötig.

Ein üblicher Ablauf ist:

  • Begrüßung – ev. Gebet des Priesters
  • Beichtgespräch (mit dem Schwersten beginnen!)
  • Gebet und Lossprechung durch den Priester

Für Beichte und Aussprache steht Ihnen Pfarrer Mag. Gottfried Klima gern zur Verfügung.
Bitte einen Termin vereinbaren:

  • Telefonisch: 0664/88 632 532
  • E-Mail: gottfried.klima@katholischekirche.at

Hilfen zur Vorbereitung auf das Beichtgespräche finden Sie  

  • Im „Gotteslob“ unter den Nummern 599-601 (liegt in der Kirche auf)
  • Hier als Download

 

Noch etwas zum Nachdenken (von Pfarrer Gerald Gump):

Gott setzt einen neuen Anfang
Ein Mann sitzt im Bummelzug. Bei jeder Station steckt er den Kopf zum Fenster hinaus, liest den Ortsnamen und stöhnt. Nach vier oder fünf Stationen fragt ihn besorgt sein Gegenüber: "Tut ihnen etwas weh? Sie stöhnen so entsetzlich?" Da antwortete er: "Eigentlich müsste ich aussteigen. Ich fahre dauernd in die falsche Richtung. Aber es ist so schön warm hier drin."

Das ist eine menschliche Erfahrung: Auch wenn wir auf die Todgleise des Lebens driften: "Es ist so schön warm hier!" Da helfen keine Detail-Korrekturen, keine kosmetischen Oberflächenbearbeitungen. Da gilt es auszusteigen und einen neuen Anfang zu machen. Aber wie? "Es ist doch so schön warm hier!" In Krisensituationen, Schuldverstrickungen, Leid und Unheil sind wir allein zu schwach.

Gott vergibt
Die Bibel berichtet uns vom liebenden Vater, der dem verlorenen, schuldig gewordenen Sohn entgegen eilt, ihn umarmt und in seine vollen Sohnrechte wiedereinsetzt; vom öffentlichen Sünder, auf den Jesus zugeht und ihn mit fast unhöflich direkten, aber zugleich sehnsüchtig suchenden Worten anspricht: "Zachäus, heute muss (!) ich bei dir zu Gast sein!" Die Bibel bezeugt einen Gott, der nicht darauf wartet, dass wir selbst unser Leben in Ordnung bringen, sondern nur sehnsüchtig erhofft, dass wir uns ihm öffnen - dann kann er heilen, vergeben, befreien, zu neuem Anfang führen.

"Deine Sünden sind dir von Gott vergeben!"
Diese Befreiung spricht - quasi als "Ostergeschenk" - der Auferstandene direkt aus: "Wem ihr die Sünden nachlasst, dem sind sie vergeben!" Wem die Kirche in der Autorität Jesus die vergebende Liebe Gottes zusagt, der ist nicht endgültig auf Schuld und Sünde festgelegt, der braucht sich nicht selbst aus etwas befreien, wo aus eigener Kraft sowieso kein Ausweg mehr ist... - dem ist die Befreiung von Gott verbindlich zugesagt und versprochen!

Bei Gott die verfahrenen Bereiche des Lebens abzulegen, bei ihm das Herz auszuschütten, bei ihm die Belastungen abzuladen - sind nicht nur befreiende Erfahrungen. Wer glaubt - anders gesagt: wer auf Gott vertraut, der traut ihm auch zu, aus dem Scherbenhaufen des Lebens ein neues Kunstwerk zu machen.

Dies ist eine tiefe Erfahrung von Menschen, die in Beziehung mit Jesus stehen - seit Jahrhunderten. Das hat einen ganz besonders festlichen, verbindlichen und tiefen Ausdruck im Sakrament der Buße, in der Beichte:

Wenn ich mein Leben vor Gott zur Sprache bringe, wenn ich die Belastungen meines Lebens, meine Schulderfahrungen und Verfehlungen bei ihm abgeladen habe, tut es gut, durch den Priester die verbindliche Zusage Gottes zu hören: "Deine Sünden sind dir von Gott vergeben!"; da tut es gut, wie eine versöhnende Umarmung, die Handauflegung zu spüren. Nicht dass Gott mir ohne Beichte nicht verzeihen würde - aber es tut ganz einfach gut, es sich so deutlich und verbindlich zusagen und versprechen zu lassen!

Buße - der Schritt ins neue Leben
Die Erfahrung der verzeihenden Liebe Gottes kann böse Kreisläufe durchbrechen, kann tiefsitzende Verkrümmungen heilen - denn: (gespürte und erfahrene) Liebe ist die beste Medizin!

In diesem Sinne steht auch das, was mit dem alten Wort "Buße" gemeint ist: Es ist der erste Schritt, in diesem neuen, befreiten Leben wieder Fuß zu fassen. So kann die Buße ein bestimmtes Gebet der Dankbarkeit, wie auch eine konkrete Aktion sein, die als erster Schritt dieses "neuen" Lebens Hilfe gibt.

 

 

Schüttauplatz 5 - 1220 Wien | Tel.: 01/263 35 67 | Fax: 01/2633567 - 19 | kanzlei@pfarrekaisermuehlen.at

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