Pfarrkirche

Die Chronik der Pfarre Kaisermühlen berichtet rückblickend auf das Jahr 1883 von der Planung und Durchführung eines Kirchenbaus, der in Verbindung mit der Gründung eines Kirchenbauvereins stand. Dieser Verein existiert als „Kirchenbauverein Kaisermühlen“ heute noch. Der Wunsch nach einer eigenen Kirche bedurfte damals keiner eigenen Begründung,  war doch der Weg über die Donau Richtung „Stadt“ zur damals zuständigen Pfarre St. Nepomuk in der Praterstraße weit, beschwerlich und allzu oft auch gefährlich.

Als die erste Weltausstellung 1873 in Wien vorüber war, befand sich auf dem Ausstellungsgelände eine „Eiserne Kirche“ in der Art, wie sie als Notkirchen in England errichtet waren. Die Eigentümerfirma  Hemming & Co. erklärte sich zur Schenkung an Kaisermühlen nach Ende der Ausstellung bereit, doch ist bis heute nicht bekannt, wer diese Schenkung betrieb. Das Blechkirchlein blieb ungeliebt und war eines Tages spurlos verschwunden. Es zählt dies bis heute zu den „Kuriositäten“ von Kaisermühlen.

In der Person des Kooperators Karl Ryba von der Pfarre St. Nepomuk erwuchs den Bewohnern der „Hungerinsel Kaisermühlen“ ein bedeutender Impulsgeber. Ryba, von der Notwendigkeit einer eigenen Kaisermühlner Kirche überzeugt, gab im November 1883 seinen Entschluss bekannt, unter allen Umständen hier ein schönes, großes Gotteshaus zu errichten. Am 6. März 1884 gründete Ryba den „Kaisermühlner Kirchenbauverein“ mit dem Ziel, der Bevölkerung vor allem den einstündigen Fußmarsch zur Hl. Messe zu ersparen. 60 spontane Beitrittserklärungen am ersten Versammlungsabend zeugen von der überwältigenden Zustimmung der Bevölkerung. Ryba konnte Kronprinzessin Stephanie dazu gewinnen, den Ehrenschutz über das Projekt zu übernehmen. Namhafte Spenden liefen ein, und die Gemeinde Wien stellte im Einvernehmen mit der Donauregulierungskommission den Baugrund am Schüttauplatz mit 1725 Quadratmetern zur Verfügung.

1885 konnte man mit den Bauarbeiten beginnen. Ein junger Architekt - Alois von Erlach -  ein Schüler des Ringstraßenarchitekts Ferstl, lieferte die Pläne der Kirche. Es sollte eine prunkvolle italienische Renaissancebasilika mit Unterkirche werden. Die Kosten lagen jenseits aller Möglichkeiten der Kaisermühlner Bevölkerung. Erlachs Pläne wurden vereinfacht. Geworden ist dennoch ein beachtlicher Bau von beeindruckender Schönheit und Größe – die „Herz-Jesu-Basilika“ von Kaisermühlen.
Am 24. April 1887 beging man die feierliche Grundsteinlegung, die von Kardinal Dr. Cölestin Joseph Ganglbauer vollzogen wurde. Trotz großer Schwierigkeiten führte der Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Anton Haselwanter den Kirchenbau zügig voran, sodass bereits im Herbst 1887 das Presbyterium mit Vorbau (bestehend aus zwei Fenstern des Mittelschiffes) und eine vorläufige Eindeckung fertig waren.

Die feierliche Einweihung dieses Kirchenteils wurde am 4. Dezember 1887 durch Weihbischof Dr. Eduard Angerer vorgenommen, wobei die erste Hl. Messe gefeiert wurde. Die Chronik berichtet vom Männerchor Kaisermühlen, der mit großem Erfolg die Deutsche Messe von Schuberth zelebrierte. Während der Festpredigt wurde auch besonders auf das Herz-Jesu Bild des Hochaltares hingewiesen, das vom Tirolerhof bei Perchtoldsdorf nahe Wien stammte. Seit dieser Zeit wurde regelmäßig an Sonn- und Feiertagen in dem vollendeten Teil der Herz-Jesu-Basilika eine Messe gefeiert.

Am 10. Juni 1888 feierte man zum ersten Mal das Herz Jesu Fest im noch unvollendeten Teil der Kirche.
Im Jahr 1889 wurde in Kaisermühlen die erste Fronleichnamsprozession abgehalten. Kaisermühlen hatte Festschmuck angelegt und von allen Bezirken strömten die Leute herbei. Doch die Basilika war durch Geldmangel im Fertigbau in Schwierigkeiten. Eine großzügige Spende des Kaisers selbst brachte die Wende. Nach vielen Schwierigkeiten bautechnischer und eben auch finanzieller Art war Mitte Oktober 1894 der Bau soweit fertiggestellt, dass einer feierlichen Einweihung nichts mehr im Wege stand. Aber aus mehrfachen Gründen, insbesondere über Wunsch Sr. Eminenz Cardinal Fürsterzbischof von Wien Anton Gruscha wurde die feierliche Konsekration auf das Frühjahr, den 28. April 1895, verschoben. Bis dahin war die definitive Seelsorge in Kaisermühlen eingerichtet. Die Seelsorge übernahm  der Orden der „Salvatorianer.

Der „Tag der Kirchweih“ wurde zu einem beeindruckenden Fest. Um halb zwölf ertönte von der Basilika in schöner Harmonie das Geläute der Glocken und Kaiser Franz Joseph I. sprach der Gemeinde Wien seine Anerkennung für die Mitwirkung beim Kirchenbau aus. Durch den erst vor kurzem gegründeten Kaisermühlner Kirchenchor erhielt die Feier einen  lokalpatriotischen Akzent. Der Kaiser selbst kam, von den Honoratioren geleitet, durch die Ehrenpforte der „Kolonie Kaisermühlen“ und nahm an den Feierlichkeiten teil. 
Die drei Schiffe der Basilika sind durch je sechs Säulen getrennt, von denen die zwei ersten vom abgebrannten Ringtheater stammen.

Die Basilika besaß lange Zeit hindurch keinen Turm. Der an der Ostseite geplante Campanile im passenden Stil wurde nie errichtet. Der nun bestehende Turm an der Westseite wurde erst 1967 unter Pfarrer Pater Josef Fütterer erbaut.

Schüttauplatz 5 - 1220 Wien | Tel.: 01/263 35 67 | Fax: 01/2633567 - 19 | kanzlei@pfarrekaisermuehlen.at

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